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Badische Zeitung vom 08.04.2013

Die Hilfe kommt vor Ort an
Oberrimsinger Lucy-Hilfswerk finanziert seit 20 Jahren Schulen und Kliniken in Indien

Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens des Lucy-Hilfswerkes in Oberrimsingen unternahm eine 11-köpfige Reisegruppe aus Deutschland, der Schweiz und Spanien eine Reise nach Indien, bei der die Projekte des Hilfswerkes besucht wurden.

BREISACH/INDIEN. Dabei konnten in den drei Provinzen der Heilig-Kreuz-Schwestern auch annähernd 70 000 Euro an Spendengeldern an die jeweilige Provinzoberin übergeben werden.

Auf dem Fußboden sitzend teilen sich 136 Kinder den Klassenraum und schauen gebannt auf die Tafel, wo der Lehrer die Worte von Hindi ins Englische übersetzt. Die kleine Schule in Bartua, einem Ort im Nordosten Indiens, war die erste Schule, die mit Hilfe des Lucy-Hilfswerkes aus Oberrimsingen gebaut werden konnte. Zu Beginn gingen dort 50 Kinder zum Unterricht. Mittlerweile sind es 840 Schülerinnen und Schüler. Damit die Klassengröße etwas reduziert werden kann, wird in Bartua mit Hilfe des Hilfswerkes ein Schulneubau errichtet.

Von der 1. bis zur 8. Klasse wird unter einfachsten Bedingungen Bildung an die nordindischen Ureinwohner, die Adiwasi und Sandaals, vermittelt. Manche Kinder nehmen dafür einen Fußmarsch von 3 Stunden auf sich. In dieser ländlichen Region, die hin und wieder durch Kohleabbaugebiete zerschnitten scheint, gibt es nicht viel. Anders als im boomenden Indien wirkt sich der Aufschwung in dieser armen Region nicht auf alle Menschen aus. Die Schulbildung der Kinder ist oftmals der einzige Weg, eine längerfristige Perspektive zu haben.
Im Süden beginnend, wo nach dem Tsunami die Vincent-de-Paul-School in Periavilai gebaut wurde, führte die 3-wöchige Reise durch ganz Indien. Das Projekt in dem Fischerdorf ist seit einigen Jahren beendet und zeigt, dass die Menschen die Folgen des Tsunamis auch durch den Neubau der Schule, die mittlerweile als integrative Schule Kinder aller Glaubensrichtungen gemeinsam unterrichtet, überwunden haben.

Aufklärung zum Thema Aids

Die Projekte vermittelten den Reiseteilnehmern einen intensiven Eindruck von der Kooperation des Hilfswerkes mit den Heilig-Kreuz-Schwestern, deren Mutterhaus in Ingenbohl in der Schweiz steht.

Mädchenarbeit, Erwachsenenbildung, landwirtschaftliche Kurse für Frauen und Männer, Aids-Aufklärung, Behindertenarbeit, Krankenpflege sowie die Pflege älterer Frauen, die von ihren Familien alleingelassen wurden, sind die Tätigkeitsfelder, in denen sich der soziale Orden eindrucksvoll engagiert. In Hazaribag, dem Sitz der Zentralprovinz im Bundesstaat Jharkhand, unterhalten die Sisters eine Mädchenschule mit 1600 Schülerinnen, mehrere Behinderteneinrichtungen, ein landwirtschaftliches Fort- und Weiterbildungszentrum sowie zahlreiche Selbsthilfegruppen, in denen zum Beispiel den Frauen der ländlichen Region unter anderem durch Nähkurse und grundlegende Wirtschaftskurse Hilfe zur Selbsthilfe angeboten wird.

Der Besuch im Tarwa Aids-Zentrum außerhalb Hazaribags verdeutlichte die Dringlichkeit, die Krankheit in den Fokus der indischen Gesellschaft zu rücken. Bei einem Besuch in einem der Dörfer der Region konnte die Reisegruppe sehr beeindruckend an der Wirkung des Engagements der Sisters teilhaben. Nicht nur Aids-Aufklärung, sondern vielmehr direkte Hilfe und soziale Unterstützung erfahren die betroffenen Familien.

In Patna am heiligen Fluss Ganges betreiben die Schwestern eine Schule für Behinderte sowie die Tripolia Klinik. Dort werden mitunter bis zu 50 Kinder täglich geboren. Das Besondere an dieser Klinik ist die Aufnahme von Frauen, die zum Beispiel noch nicht verheiratet sind, was in Indien immer noch oft dazu führt, dass diese Frauen ausgestoßen, verstümmelt oder gar getötet werden. Die oft angewandte Abtreibung von Mädchenföten wird in dieser Klinik nicht praktiziert.

Die Reise führte schließlich in die Metropole des Subkontinentes, Delhi – Hauptstadt und Zentrum des indischen "Nervensystems", dessen Straßen sich wie Nervenstränge zwischen die Abermillionen von Einwohnern aller Klassen und Kasten ziehen. In Delhi unterhalten die Sisters das Holy-Cross-Service-Center, ein Kinderheim für verlassene Kinder. Von der Polizei gefundene Kinder, die aus fahrenden Zügen geworfen wurden, weil die Mutter nicht verheiratet ist, ungewollt schwanger wurde oder der Armut ihren Tribut zollt, werden dort aufgenommen. Die meisten von ihnen haben jedoch die Chance, durch eine In- oder Auslandsadoption eine neue und bessere Zukunft zu erleben.

Weitere Informationen, Bilder und Videos von der Reise gibt es im Internet unter http://www.lucy-hilfswerk.org

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